Entwicklung vom Fachwörter-Taschenbuch für Patienten zur Enzyklopädie

„In keinem Gebiete der medicinischen Literatur finden wir, trotz der bereits begonnenen Klärung der Ansichten und grösserer Präcisierung der Begriffe, eine solche Verwirrung und ein solches vages Anwenden von Namen und Bezeichnungen, als in dem Bereiche der Nervenkrankheiten... . Dass diese Confusion in der Epilepsie kulminirt, liegt in der Natur der Erkrankung, in der Art und Weise, wie sie in die Erscheinung tritt, und wie Publikum und Aerzte sich zu derselben verhalten.“

Beigel H. Vorwort des Übersetzers zu: Reynolds JR. Epilepsie. Ihre Symptome, Behandlung und ihre Beziehungen zu anderen chronisch-convulsiven Krankheiten (1865)

Mehr als 160 Jahre später hat sich die Situation grundlegend verändert. Die Begriffe sind präziser geworden, das Wissen ist explosionsartig gewachsen – die Herausforderung besteht heute weniger im Mangel an Informationen als in deren Einordnung und Übersicht.

Den Ursprung der Enzyklopädie bildet ein 1996 erstmals erschienenes kleines Taschenbuch für Menschen mit Epilepsie und interessierte Laien (Abb. 1). Aus diesem entwickelte sich über mehrere erweiterte Auflagen zunächst ein englischsprachiges Fachwörterbuch (Abb. 2) und später ein „Kleines Lexikon der Epileptologie” für Fachkreise (Abb. 3). Die konsequente Weiterentwicklung führte schließlich zum „Lexikon der Epileptologie” von 2013 mit mehr als 1300 Seiten (Abb. 4), aus dem die vorliegende Enzyklopädie hervorgegangen ist.

Von links nach rechts: Abb. 1, Abb. 2, Abb. 3, Abb. 4

Gleichzeitig haben sich die Möglichkeiten des Wissenszugangs grundlegend verändert. Klassische Enzyklopädien sind weitgehend durch digitale Angebote ersetzt worden. Suchmaschinen, Fachportale und zunehmend auch Systeme künstlicher Intelligenz ermöglichen heute einen schnellen Zugang zu Informationen. Gerade dadurch gewinnen jedoch fachlich kuratierte und wissenschaftlich überprüfte Wissenssammlungen an Bedeutung.


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